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Kupfer wechselt die Ladung, und genau dafür wird es eingesetzt

Cu(I) und Cu(II) im ständigen Wechsel — die Chemie hinter der einen Angabe, die die Europäische Union für dieses Element zum Energiestoffwechsel freigegeben hat.

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Chemie, Einbauort und Reaktionsprodukt

Die drei folgenden Karten trennen, was sich an diesem Spurenelement getrennt beschreiben lässt: die Elektronenkonfiguration, der Platz im Enzym und das, was am Ende der Reaktion übrig bleibt.

Cu

Ein d-Orbital, das ein Elektron freigibt

Kupfer steht in der vierten Periode und trägt im einwertigen Zustand zehn Elektronen in der d-Schale. Gibt es eines davon ab, bleibt Cu(II) mit neun d-Elektronen zurück. Nimmt es das Elektron wieder auf, liegt erneut Cu(I) vor. Dieser Hin- und Herwechsel geschieht in Proteinen viele Male pro Sekunde, ohne dass das Atom seinen Platz verlässt.

Der Preis dafür ist eine Formveränderung: Cu(I) bevorzugt eine tetraedrische Umgebung, Cu(II) eine gestauchte. Proteine, die den Wechsel rasch brauchen, halten das Atom in einer Zwischenform fest.

Der Einbauort: Untereinheit I und Untereinheit II

Die Cytochrom-c-Oxidase, in der Zählung der Atmungskette der Komplex IV, trägt zwei voneinander getrennte Kupferstellen. Die eine liegt in der zweiten Untereinheit und nimmt Elektronen von außen entgegen. Die andere sitzt in der ersten Untereinheit, unmittelbar neben einer Hämgruppe.

Beide Stellen sind über Aminosäureseitenketten verankert — Histidin, Cystein und Methionin liefern die Bindungspartner. Frei bewegliche Kupferionen kommen in der Zelle praktisch nicht vor.

Das Reaktionsprodukt heißt Wasser

Am Schluss der Elektronenkette steht keine weitere Übergabe, sondern eine chemische Umsetzung: Ein Sauerstoffmolekül nimmt vier Elektronen und vier Protonen auf und wird dabei zu zwei Molekülen Wasser. Die Kupferstelle in der ersten Untereinheit hält das Sauerstoffmolekül fest, bis alle vier Elektronen eingetroffen sind.

„Kupfer trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Weshalb die Zelle diesen Schritt einem Metall überträgt

Elektronen lassen sich nicht beliebig weiterreichen. Organische Moleküle nehmen sie meist paarweise auf, während die Atmungskette einzelne Elektronen bewegt. Übergangsmetalle können genau das: ein einziges Elektron aufnehmen und wieder abgeben, ohne dass ihre Bindungen brechen.

Kupfer und Eisen teilen sich diese Aufgabe in der inneren Membran. Eisen sitzt in Hämgruppen und in Schwefelclustern, Kupfer in den beiden Zentren des letzten Komplexes. Dass ausgerechnet dort ein zweites Metall auftaucht, hängt am Redoxpotenzial: Die Kupferstellen liegen höher als die vorangehenden Eisenzentren, und Elektronen fließen nur in diese Richtung.

Wie schnell ein Elektron vierzehn Ångström überbrückt

Zwischen zwei Redoxzentren liegt in Proteinen regelmäßig ein Abstand von etwa zehn bis vierzehn Ångström. Das ist zu weit für eine direkte Berührung und zu nah, als dass ein Transportmolekül dazwischenpassen würde. Das Elektron überwindet die Strecke durch Tunneln, also ohne den Raum dazwischen tatsächlich zu durchqueren.

Die Geschwindigkeit hängt an zwei Größen: am Abstand und an der Energie, die für die Umlagerung der Umgebung aufgebracht werden muss. Je weniger sich die Proteinumgebung beim Ladungswechsel bewegen muss, desto rascher läuft die Übergabe. Genau hier setzt der Bauplan der Kupferstellen an.

Der letzte Halt, bevor Sauerstoff zu Wasser wird

Cytochrom c, ein kleines lösliches Protein, liefert die Elektronen einzeln an die Außenseite des Komplexes IV. Von dort wandern sie zur Kupferstelle in Untereinheit II, weiter zu einer Hämgruppe und schließlich zu dem Paar aus Häm und Kupfer, an dem der Sauerstoff wartet.

Vier dieser Durchgänge sind nötig, bis die Bilanz stimmt. Erst dann lösen sich zwei Wassermoleküle, und das Enzym steht für den nächsten Sauerstoff bereit. Auf die Gesamtheit der Vorgänge, in die dieser Schritt eingebettet ist, bezieht sich der Satz, den die Europäische Union für Kupfer in diesem Zusammenhang freigegeben hat:

„Kupfer trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Aes cyprium: ein Elementname, der von einer Insel stammt

Der lateinische Name Cuprum geht auf die Wendung aes cyprium zurück — Erz von Zypern. Die Insel war in der Antike der wichtigste Lieferant, und aus dem Beinamen wurde mit der Zeit der Stoffname. Das deutsche Wort Kupfer und das englische copper haben denselben Ursprung, das Elementsymbol Cu ebenfalls.

Für die Ernährungswissenschaft hat die Herkunft des Namens keinen Belang. Sie erklärt aber eine Merkwürdigkeit: Ein Metall, das der Mensch seit Jahrtausenden verarbeitet, wurde erst im zwanzigsten Jahrhundert als Nährstoff beschrieben. Wer ein Material als Werkstoff kennt, sucht es nicht zwangsläufig im Gewebe.


Enzymtabellen und Redoxwerte, die hier fehlen

Die Wissenskarte führt die Potenzialwerte der einzelnen Zentren, die Messverfahren samt Nachweisgrenzen und die Gehaltsspannen aus mehreren Sammelwerken. Diese Seite gibt davon nur den Rahmen wieder.

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